Geschichte des Dartsports
Die Experten sind sich uneins über die Geschichte des Dartsports. Das einzig sichere scheint zu sein, das Großbritannien als Mutterland des Sports feststeht. Es gibt viele Legenden über den Ursprung. Zwei werde ich hier mal kurz vorstellen:
Legende 1: Kampfpausen Zeitvertreib der Bogenschützen
Angeblich haben Bogenschützen im Mittelalter abgebrochene Pfeile, in den Kampfpausen, auf Fassböden geworfen. Diese Fassb�den sind dann mit Kreisen unterteilt worden, und fertig war das erste "Urdartboard".
Legende 2: "Faulheit" der Bogenschützen
Das Wetter in Großbritannien ist ja nicht unbedingt das beste. Die Soldaten (Bogenschützen)im Mittelalter mussten jedoch sehr oft für den Kampf üben. Diese Bogenschützen wurde dann eines Tages das Regenwetter zu viel. Aus Faulheit und Bequemlichkeit übten diese dann in den Kasernenkneipen. Dies geschah wie in Legende 1 mit abgebrochenen Pfeilen auf eine Art Zielscheibe.
So toll wie sich diese Legenden anhören, eine abschließende Klärung des Ursprungs wird vermutlich nie möglich sein.
Fest steht nur:
Der Sport wie wir ihn heute kennen, entstand zu Beginn des 20.Jahrhunderts. Als Beweis wird dafür eine Anzeige für Dartboards im "Stationer, Printer & Fancy Trades Register" von 1901 angeführt. Ebenfalls belegt ist, dass 1898 in den USA ein Patent für Papierflights angemeldet wurde. Wie die Einteilung des Dartsboard und die anderen Regeln (Abwurfweite,...) erfolgten, bleibt jedoch ein Geheimnis.
Quellennachweis:
"Darts-Technik-Training-Methodik", Meyer und Meyer-Verlag, Aachen 2002
"Gewinnen beim Dart", Walter Rau Verlag, Düsseldorf 1992
Das Dartboard
Das in Deutschland hauptsächlich verwendete Dartboard ist das "London Board" vom Typ Bristle. Dies ist auch das zugelassene Dartboard für die Verbandsspiele und -turniere. Es kostet in etwa 55 Euro. Boards von "Billiganbieter" sind in aller Regel nicht zu empfehlen, da die Maßhaltigkeit dann evt. nicht ausreichend ist. (Abweichende Feld- und Segmenteinteilung)
Das Originalboard ist in 20 (Zahlen-)Felder unterteilt, die wiederum in "Single", "Double" und "Triple"-Segmente unterteilt sind. Die "Single"-Felder zählen einfach, die "Double"-Felder doppelt und die "Triple"-Felder dreifach.
Das Feld in der Scheibenmitte ist das Bull. Das (rote) Zentrum (BullsEye) gilt in der Wertung wie eine "Doppel 25" (50 Punkte).
Die Dartanlage
Die Abmessungen für die Dartanlage sind genau festgelegt. Wenn Sie sich eine Anlage einrichten ist es empfehlenswert sich an diesen Abmessungen zu halten. Die Abstände sind für das E-Dart abweichend. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie "Steel-Dart"-Abmessungen gewöhnt sind und beim "E-Dart" deshalb nicht unbedingt gleich wie gewohnt treffen.
Das Board sollte senkrecht an der Wand hängen und das Bullseye 173cm über dem Boden sein. Die Abwurfleiste sollte 237cm von der Oberfläche des Boards entfernt montiert werden, und zur Beleuchtung empfehle ich eine "Spot"-Leuchte die auf das Zentrum des Dartboards gerichtet ist.
Unter dem Punkt "Technik" ist die Methodik zum Aufbau einer Dartanlage dargestellt.
Noch ein paar Tips am Rande:
Wenn Sie einen gefliesten Fußboden haben, legen Sie einen Teppich zwischen das Board und der Abwurfleiste aus. So vermeiden Sie Schäden an den Fliesen bzw. den Darts. (Es kommt öfters vor als Sie denken, dass ein abprallt oder aus dem Board herausfällt!)
Es hat sich auch bewährt um das Board einen bestimmten Bereich ebenfalls mit einem Teppich (oder anderen Dingen) auszustatten. So werden "Löcher" in der Wand zwar nicht unbedingt vermieden aber dennoch in Grenzen gehalten. Auch gute Spieler treffen das Board (zum Beispiel beim "Auschecken") nicht immer
Dartspiel 501
Das Standardspiel im Liga und Turnierbetrieb ist "501" (straight in, double out). Ziel des Spiels ist es mit möglichst wenig (zumindest weniger als der Gegner) von 501 Punkten auf 0 zu kommen. Um auf Null zu kommen muss man ein Double-Feld Treffen. hat man z.B. 32 Punkte Rest, sollte man die Doppel 16 treffen oder eine andere Kombination bei welcher der letzte Dart ein Doppel ist (z.B. Single 8 - Single-12 - Doppel 6)
Es wird dabei immer abwechselnd geworfen, d.h. wenn ich meine 3 Darts geworfen habe kommt der Gegner mit seinen usw.. Wer als erstes bei Null ist hat das Leg (den Satz) gewonnen.
Im Liga- und Turnierbetrieb wird in aller Regel "best of five" gespielt, d. h. auf 3 Gewinnsätze (wer zuerst drei Legs gewonnen hat ist Sieger).
Am Anfang des Spiels wird "ausgebullt", um den Spieler zu ermitteln, der im ersten Leg anfängt. Dabei wirft jeder Spieler einen Dart auf die Mitte des Boards. Wer näher am Bull ist beginnt. Von Leg zu Leg wechselt dann das "Aufschlagsrecht". Hat Spieler 1 das "Ausbullen" gewonnen darf er im ersten Leg anfangen. Im zweiten Leg fängt dann Spieler 2 an und im dritten wieder Spieler 1 (usw.).
Automatendart/Softdart/ Elektronikdart
Genau wie im Steeldart gibt es im E-Dart (Softdart) verschiedene Spielvarianten. Diese hängen von der Liga ab, in der das Spiel stattfindet und unterscheiden sich teilweise sehr stark voneinander.
In den Ligen wird wie folgt gespielt:
C-Liga 301 Single Out
B-Liga 301 Master Out
A-Liga und höher 501 Double Out
Nationalliga 501 Double In/Double Out
Bei Turnieren, die von Automatenaufstellern oder Vereinen veranstaltet werden, entscheidet der Veranstalter über die Spielvariante.
Genau wie beim Steeldart gibt es auch im E-Dart unterschiedliche Verbände. Die wohl bekanntesten sind der Deutsche Dart Sport Verband e. V. (DDSV), der Deutsche Sportautomatenbund e. V. (DSAB) sowie der Deutsche Elektronik Dart Verband (DEDV). Letzterer ist seit seiner Insolvenz im Jahr 2008 nicht mehr im Spielbetrieb tätig. Weiterhin gibt es die Deutsche Elektronik Dart Sport Vereinigung e. V. (DEDSV).
Aber viele Städte, darunter Hamburg und Bremen, sind nicht im DSAB gebunden und haben eine eigene Liga, die sogenannte Wilde Liga, gegründet. In einigen Städten werden neben DSAB auch andere freie Ligen gespielt. München hat beispielsweise noch die Münchner Dartunion (MDU) sowie die DC Lederhos’n e. V. mit eigenen Ligen. In Siegen gibt es die DKS (Dart-Kreisliga-Siegen). Im Ruhrgebiet gibt es dazu noch die Herner Dartliga, die Rhein Ruhr Dartliga und die NWDV.
Aufbau eines Darts

1 Tip oder Point
Es gibt verschiedene Arten von Points, bestehend aus Kunststoff („Soft“) oder Stahl („Steel“). Man kann ebenfalls aufschraubbare Stahlspitzen für Softdarts erwerben, sogenannte "Conversion Points". Stahlspitzen sind in verschiedenen Längen und Ausführungen erhältlich. Steelpoints sollen in der Regel nicht gespitzt, sondern abgerundet sein. Dies verhindert eine allzu schnelle Abnutzung der Boards und die Darts hängen besser und stabiler im Board, was im Endeffekt wiederum für höhere Scores sorgen kann.
2 Barrel
Hier unterscheidet man zwischen „Brass“, „Tungsten“ und „Nickel“. Bei Tungsten Barrels wird der Wolfram-Anteil in Prozent angegeben, je höher die Prozentzahl, desto dünner kann der Barrel bei gleichem Gewicht hergestellt werden, was eine engere Gruppierung auf dem Board ermöglicht. Barrels sind in verschiedenen Formen und Gewichten erhältlich. Außerdem sind noch bewegliche Spitzen (Powerpoint, Hammerhead) erhältlich, welche Bouncer (Abpraller) vermindern sollen. Bewegliche Spitzen passen nur in dafür hergestellte Barrels, da sie ein besonders tief geschnittenes Gewinde erfordern. Neben den normalen Barrels gibt es außerdem die sogenannten M3 Barrels, bei denen die Gewinde außen liegen, dies erzeugt ein höheres Gewicht, der Barrel kann damit noch dünner gefertigt werden. Für M3 Barrels gibt es spezielle Shafts und Spitzen.
3 O-Ring
Der O-Ring ist ein kleiner Gummiring, der auf das Gewinde von Aluminium-Shafts aufgesetzt wird und verhindert dass sich die Shafts beim Spielen lösen und so die Stabilität des Darts verringern. Bei Nylon Shafts sind O-Ringe überflüssig da diese sich normalerweise nicht lösen. Anfangs stellten verschiedene Firmen eine Lösung her (Loctite), die das Lösen der Schäfte verhindern sollte, es handelte sich um eine Art Schraubensicherungsmittel. Dies ist aber komplett vom Markt verschwunden.
4 Shaft
Shafts existieren in vielen Variationen. Meist verbreitet sind Nylon-Shafts und Aluminium-Shafts. Wichtig bei der Zusammenstellung ist die Länge des Shaft, erhältlich sind Mini (Thumbnails), x-Short, short, medium und long. Ein längerer Shaft dient der besseren Stabilisierung der Flugbahn und verlagert den Schwerpunkt nach hinten. Wirft man Darts so, dass sie im Board leicht nach unten hängen, kann man die nachfolgenden Darts auf die erstgeworfenen "drauflegen".
5 Collar
Collars benutzt man nur mit Nylon-Shafts. Es gibt 3 verschiedene Arten, der Zweck ist allerdings immer der gleiche, Collars sollen das Ende des Nylon-Shafts zusammendrücken und somit den Flight fest mit dem Shaft verbinden. Der Collar verhindert ebenfalls die Beschädigung des Shaftes, wenn ein nachfolgender Dart hinten aufschlägt. Am besten geeignet sind die federnden Ringe, da diese den Shaft in jeder Situation wieder zur ursprünglichen Form zurück "moduliert", während feste Ringe nach einiger Zeit bersten oder komplett die Form verlieren.
6 Flight
Der letzte Bestandteil des Darts ist der Flight. Flights werden in erster Linie aus Polyester oder Nylon angeboten. Das Entscheidende beim Flight ist dessen Form. Standard-Flights werden von den meisten Spielern benutzt. Die Flächenangaben dienen nur der Orientierung, Flights mit der größeren Fläche haben nicht unbedingt mehr Auftrieb, dies liegt an der kurzen Strecke, die ein Dart zurückzulegen hat. Kite-Flights kommen den Standards näher als Slim-Flights, obwohl sie eine kleinere Fläche haben. Je fester oder dicker die Flights sind, umso besser wird seine Flugbahn. Der Dart gerät nicht so schnell ins trudeln und außerdem bieten solche Flights eine längere Lebensdauer. Am haltbarsten sind Stoff - Flights, diese sind jedoch nur mit Nylon Shafts zu empfehlen. Bei Aluminium-Shafts ist es sehr schwer, einen solchen Flight ohne Beschädigung zu montieren. Sobald ein Flight zu viele Knicke oder Risse und Kerben hat, sollte er ausgewechselt werden.
7 Protector
Der Protector wird auf das Ende des Flights aufgesetzt um diesen vor den nachfolgenden Darts zu schützen. Je näher man die Darts aufeinander wirft, umso öfter kommt es vor dass man den folgenden Dart auf den erstgeworfenen wirft und somit Flight und (bei Aluminium) Shaft ruiniert. Durch den Protector prallt der Dart ab und landet in der Regel trotzdem im Board, ohne größeren Schaden zu hinterlassen. Protectors werden in Alu und Nylon hergestellt. Zusätzlich bleibt der Flight schön gespreizt.
Quelle: Wikipedia